Als Pinterest in Deutschland bekannt wurde, habe ich versucht zu beschreiben, dass selbst wohlmeinende Menschen aufgrund des aktuellen Urheberrechts arge Probleme haben, selbst einfachste Dinge im Internet zu tun, die ganz alltägliche persönliche Kommunikation betreffen.

Von daher freue ich mich sehr, dass der Börsenverein von seinen offiziellen Beton-Positionen abzurücken scheint, wie sie regelmäßig im Rahmen der Buchmessen formuliert werden. Alexander Skipis, Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins, hat jetzt ansich Banales, aber für diesen Verband Bemerkenswertes festgestellt:

Unser Standpunkt bisher klingt fest: Das Urheberrecht ist gut so, wie es ist; es bedarf keiner Veränderungen. Jeder, der dagegen verstößt, muss verfolgbar sein. Das Recht muss in jedem Fall durchgesetzt werden. Unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten sind alle diese Positionen absolut richtig. Mit der Lebenswirklichkeit und den Gesetzen der Internetkommunikation haben sie allerdings immer weniger zu tun.

Es ist offensichtlich geworden, dass das Urheberrecht in bestimmten Bereichen vor allem der sozialen Kommunikation im Netz die Entfaltung von Kreativität eher behindert als fördert. Damit steht es dort auch der Verbreitung und Nutzung unserer Inhalte entgegen.

Wir als Branche müssen uns die Frage stellen, ob nicht gerade in dem genannten Bereich Korrekturen notwendig sind. Ich denke an den Literaturfan, der zwei Seiten aus einem Roman auf seine Facebook-Seite stellt, um den Text mit seiner Community zu diskutieren. Solange wir Fälle wie diesen für verfolgungswürdig halten, reden wir einem Urheberrecht das Wort, das die Urheber nicht nur schützt, sondern ihnen indirekt auch schadet. Auf der anderen Seite muss verdeutlicht werden, dass das Urheberrecht grundrechtlich geschützt ist. Es bildet nämlich die Existenzgrundlage derer, die ihre Arbeitskraft für eine immaterielle Leistung einsetzen und auf diese Weise wertvolle und stark nachgefragte Beiträge zur Entwicklung unserer Gesellschaft erbringen.

Das geht auf jeden Fall in die richtige Richtung … Wenn wir nicht aufpassen, wird die Buchbranche noch cool … ;)

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Seit wir das Internet haben, sprechen wir andauernd über das Kopieren. Dabei ist es gar nicht neu und auch in traditionellen Branchen wohl bekannt. Was Erfolg hat, wird nachgeahmt, sodass gewisse Schubladen entstehen. Das erfährt auch mancher Autor, der versucht, originelle und neue Wege beim Schreiben zu gehen. Konkret liegt der Fall von Jessica Park vor, die zuvor bei einem klassischen Verlag war und nun bei Amazon erfolgreich Self-Publishing betreibt:

The problems with Flat-Out Love, Park was told by the publishers who rejected it, were that the 18-year-old college freshman heroine was too old for a young-adult novel and too young for an adult-adult novel, and also that the book had no vampires in it. Even the ones who said her book was wonderful and it really “resonated” with them told her they couldn’t use it for those reasons.

Jessica Park dazu:

This all seemed silly to me. Am I the only person to have written a book about a college freshman? It’s such a pivotal time in life. Why is this age so shunned in the publishing industry? Flat-Out Love is a unique story, but very often publishers don’t want unique. They don’t want to take on what they consider to be a “risk.” They want as close to a “guaranteed” bestseller as possible.

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Joe Wikert macht sich darüber Gedanken, wie Perspektiven für stationäre Buchhandlungen ausssehen könnten:

If in-store coffee shops were the game-changing idea of the ’90s, what’s the new one for the current decade?

Er schlägt vor, Selfpublishing-Beratung anzubieten – ähnlich wie das Apple in seinen Geschäften für seine Themen tut:

Self-publishing is red-hot and still gaining momentum. But what’s sorely lacking in the self-publishing world is a reliable place to go to ask all the questions. (…) Take a page out of Apple’s playbook and create a Genius Bar service for customers interested in self-publishing. Establish your location as the place to go for help in navigating the self-publishing waters. Remember, too, that most of the income earned in self-publishing is tied to services, e.g., editing, cover design, proofreading, and not necessarily sales of the finished product. Consider partnering with an established expert in these areas or build your own network of providers. The critical point is to evolve your business into something more than just selling books.

Ein guter Ansatz für manche Buchhandlungen wie ich finde. Interessanterweise gibt es ja sogar Buchhandlungen, die mit dem Verkauf von Selfpublishing-Publikationen erfolgreich sind.

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(Video, 10 min.)

via: PBS Arts

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Die Interview-Reihe “Ich mach was mit Marketing” soll dazu dienen zu zeigen, wie interessante Menschen in interessanten Märkten die (z.T. neuen) Möglichkeiten des Marketings für sich und ihr Unternehmen nutzen. Wer Lust hat, auch ein Interview beizusteuern, kann mich einfach kontaktieren oder mir direkt die Antworten und ein Foto von sich zusenden. (Jedoch behalte ich mir vor, nicht alle Zusendungen zu veröffentlichen.) Die bisherigen Interviews finden Sie hier.

Heute stellt sich Thomas Zorbach vor:

Wer sind Sie und “was machen Sie mit Marketing”?

Mein Name ist Thomas Zorbach; ich bin Gründer und Geschäftsführer der vm-people GmbH (seit 2004). Wir verstehen uns als Fanbeauftragte unserer Kunden und haben uns auf die Frage spezialisiert wie Unternehmen und Marken wahre Fans für sich gewinnen können. Das „vm“ im Firmennamen steht für Virales Marketing. Die Theorie und Praxis dieser Disziplin bildet den Hintergrund unserer Arbeits- und Vorgehensweise.

Wer „was mit Büchern macht“, hat vielleicht schon von einigen unserer Projekte gehört. Wir sind unter anderem für zahlreiche Publikums- und Fachverlage, aber auch für den Buchhandel tätig. Teilweise arbeiten wir auch direkt mit Autoren zusammen, zum Beispiel mit Sebastian Fitzek oder Zoë Beck. Bekannt geworden sind wir in der Buchbranche durch unsere Alternate Reality Games (ARG), die von Verlagen gerne im Rahmen von Vermarktungsmaßnahmen für Spitzentitel eingesetzt werden. Bei einem ARG handelt es sich um eine transmedial erzählte Geschichte mit hohem Fanaktivierungspotenzial, die sich über mehrere Wochen hinzieht und die über viele Plattformen hinweg inszeniert wird.

Was ist das Besondere an Ihrem Markt/Ihrer Zielgruppe?

Mit unseren Maßnahmen versuchen wir, Menschen zu begeistern, die ihre passive Konsumentenrolle zumindest in Teilen abgestreift haben und die mit Leib und Seele die partizipative Kultur leben, die das Web geschaffen hat. Wie man sie nennt, „Nerds“ oder „Digital Natives“, spielt keine Rolle, aber man muss lernen, ihnen zuzuhören und zu begreifen, was sie wollen – also genau das, was Unternehmen von Haus aus eher schwer fällt.

Dieses neue Publikum erwartet, dass es sich interaktiv mit Medieninhalten auseinandersetzen kann und will nicht mehr nur berieselt werden. Es will keine Werbebotschaften um die Ohren gehauen, sondern Geschichten erzählt bekommen. Diese Menschen haben keine Scheu vor Marken, solange sie unterhaltsam sind und das Unternehmen respektiert, wie man sich im „Ökosystem Social Media“ benehmen muss. Vor allem aber wollen sie nicht für dumm verkauft, sondern als mündige, aufgeklärte Dialogpartner behandelt werden.

Was ist das Besondere an Ihren Marketing-Aktivitäten?

Fans sind ein Wirtschaftsfaktor. Ihr Wert für die Unternehmen ist durch Studien wie „The One Number You Need to Grow“ (Harvard Business Review) belegt. Wie man Markenfans kreiert, darüber gibt es bislang jedoch nur wenige Erkenntnisse. Was man weiß ist, dass emotionale Schlüsselerlebnisse bei der Fan-Werdung von entscheidender Bedeutung sind. Genau das ist es, was wir für unsere Auftraggeber bewirken. Wir schaffen Plattformen für intensive Markenerlebnisse, um die herum sich eine Fancommunity entwickeln kann. Ein Alternate Reality Game beispielsweise ist eine solche Plattform. Im Verlauf einer solchen Maßnahme bildet sich in kürzester Zeit eine, zwar zahlenmäßig kleine (ca. 300 – 500), dafür aber umso verschworenere Fangemeinde rund um einen Autor.

Wichtig dabei ist die Unterscheidung, dass es sich hier nicht um gewöhnliche Facebook-Fans oder Twitter-Follower handelt. Nein, es geht um Menschen, die WIRED-Mitgründer Kevin Kelly „Wahre Fans“ nennt und von denen zum Beispiel ein Autor nach seiner Rechnung insgesamt nicht mehr als 1.000 braucht, um wirtschaftlich über die Runden zu kommen. Menschen, deren Engagement weit über das normale Maß hinaus geht. Unser Job als Fanbeauftragte ist es, diesen harten Kern der Fangemeinde aufzubauen und unsere Kunden in die Lage zu versetzen, sie zu managen.

Wie messen Sie Erfolg?

Fanmanagement ist in erster Linie „people’s business“. Qualität geht vor Quantität, Kundennähe vor Reichweite und Klasse vor Masse. Dementsprechend messen wir den Erfolg unserer Maßnahmen vor allem daran, wie viele persönliche Beziehungen unser Auftraggeber zu den Menschen knüpfen kann. Oder, anders ausgedrückt: Eine Marketingmaßnahme, die 10.000 neue Facebook-Fans generiert oder 50.000 Views auf Youtube, bringt nach unserem Verständnis überhaupt nichts, wenn das Unternehmen gleichzeitig nicht ein paar Dutzend wahre Fans namentlich kennengelernt und einen Draht zu ihnen aufgebaut hat.

Um den Erfolg unserer Maßnahmen auch zu quantifizieren, nutzen wir ein Pyramidenmodell, das verschiedene „Levels of Involvement“ beschreibt. Die einzelnen Ebenen unterteilen das erreichte Publikum in Segmente, die jeweils den Grad der Anteilnahme markieren. An der Spitze dieser Pyramide, also auf den ersten beiden Ebenen, befindet sich die Keimzelle der aufgebauten Fancommunity. Dieser innere Fan-Zirkel, sowohl seine Größe als auch der Grad des Involvements seiner Mitglieder, entscheiden über den Erfolg.

Welche Ihrer Marketing-Maßnahmen der jüngsten Zeit war besonders erfolgreich oder interessant?

Gerade Buchverlage beurteilen den Erfolg unserer Maßnahmen nach verschiedenen Kriterien. Oft werden wir zu Projekten hinzugezogen, bei denen es darum geht, einen noch unbekannten Autor beim Handel und beim Publikum durchzusetzen. Neben kommunikativen Zielen, wie dem Aufbau der Autorenmarke und der Erhöhung der Frequenzzahlen und des Engagements des Verlags in Social Media, geht es am Ende aber vor allem um Ein- und Abverkaufszahlen.

Ein Projekt, bei dem sich die Erwartungen des Verlags nicht nur erfüllt haben, sondern bei dem sie übertroffen wurden, war unsere Kampagne für das Thriller-Debüt „Der Regler“ von Max Landorff (Scherz Verlag). Mit einem Alternate Reality Game ist es uns gelungen, bereits im Vorfeld des Erscheinungstermins eine frühe Fancommunity aufzubauen, durch deren Mundpropaganda der Titel in Wechselwirkung mit klassischen Werbemitteln an die Spitze der Bestsellerliste katapultiert wurde. Vor kurzem wurde die Kampagne auf der Leipziger Buchmesse mit dem BuchMarkt-AWARD in Silber in der Kategorie Bestsellermarketing ausgezeichnet.

Wie sieht ein typischer Tag bei Ihnen aus?

Je mehr Unternehmen ins Social Web einziehen und je mehr es darum geht, in diesen Medien Markenwelten erlebbar zu machen und Fans für sich zu gewinnen, desto mehr wird der Werber zum Geschichtenerzähler und Communitymanager. Ich habe zwar Anfang der 1990er Jahre den Beruf des Werbekaufmanns erlernt und ein Studium zum Diplomkommunikationswirt an der Hochschule der Künste Berlin hinter mich gebracht. Was ich jedoch heute mache, hat oft nur noch recht wenig mit meinen damaligen Ausbildungsinhalten zu tun. Einige Kollegen nennen sich „Transmedia Storyteller“. Um ehrlich zu sein: Ich weiß noch nicht, ob mir der Begriff gefällt.

Fakt ist: Mein Jobprofil weist inzwischen immer mehr Tätigkeiten auf, die man gemeinhin eher einem Autor, einem Journalisten, einem Filmregisseur oder einem Spieleentwickler zuschreiben würde, als einem Marketingmenschen. An einem typischen Tag werde ich in allen Bereichen und in noch einigen mehr gefordert.

Die Süddeutsche Zeitung hat kürzlich einen solchen Tag beschrieben.

Wo finden wir Sie im Internet?

Im Moment befinde ich mich auf einer Forschungsreise durch die USA und Europa, gemeinsam mit meinem kleinen Gefährten, dem weißen Kaninchen. Unsere Erkenntnisse und Erlebnisse halte ich regelmäßig in unserem vm-blog fest. Darin geht es um Markenfans und um die Techniken, mit denen man sie gewinnen kann.

Wer möchte kann vm-people und mir auch auf Twitter, Facebook, LinkedIn, Youtube und Slideshare folgen. Wir würden uns freuen!

Vielen Dank für Ihre Zeit!

Bildquelle: Thomas Zorbach

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Das neue Google Drive hat gleich für viel Wirbel gesorgt. Interessant ist, dass der Self-Publishing-Dienstleister Lulu von Anfang an auf Google Drive setzt. Das Ganze nennt sich “One-Click Publishing App“:

The Lulu One-Click Publishing app lets creators collaborate with anyone on Google Drive, then easily publish content as a PDF eBook that can be sold or converted to a print book on Lulu.com – home to over 2.5 million unique buyers. The app supports multiple file formats including PDF, DOC, DOCX, and TXT and can accept multiple files simultaneously for creators who choose to upload individually saved chapters. Creators keep up to 90% of the profits they set when their works sell and they keep full creative and copyright control. Integrating the app with Google Drive ensures that anyone will be able to access Lulu.com’s great self-publishing tools right from their Google account – all absolutely free.

How does it all work?

  1. Install the Lulu One-Click Publishing App from the Google Chrome store.
  2. Upload your PDF, DOC, DOCX, or TXT file to Google Drive.
  3. Open the Lulu One-Click Publishing App and follow the wizard.

Die App gibt es hier.

via: Mashable

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Ich bin nicht Mitglied im Börsenverein. Wenn ich es aber wäre, würde ich mich fragen, ob eine klassische Image-Kampagne das Wirkungsvollste ist, was man mit einer Million Euro pro Jahr anfangen kann, um der Buchbranche zu helfen? Denn das ist viel Geld für den Verband einer so kleinen Branche.

Hintergrund ist, dass das so genannte Branchenparlament am 26.04. beschlossen hat, ein verstärktes Branchenmarketing zu betreiben. Eine Buchmarketing-Kampagne sei dringend erwünscht. Es gehe v.a. um “Verkaufsförderung für das Buch”. Ziel: „gesellschaftliche Kommunikationsereignisse mit hoher Strahlkraft schaffen“. Veranschlagt sind 3 Millionen Euro, je 1 Million pro Jahr. Noch bevor die Umsetzung beschlossen ist, steht die zu beauftragende Agentur auch schon fest („Zum goldenen Hirschen“).

“Nur wenn die gesamte Branche sich bei diesem Großprojekt engagiere und aktiv mitmache, sei ein besseres Image und eine höhere Aufmerksamkeit für das Buch in der Gesellschaft zu schaffen.” Der Geschäftsführende Gesellschafter einer der größten Buchhandelsketten Deutschlands “bedauerte, dass in den vergangenen Jahren die Buchbranche medial vor allem über Krisensymptome und E-Commerce definiert worden sei. Einer gut gemachten und dringend notwendigen Buchmarketing-Kampagne sei zuzutrauen, dass sich das wieder ändert.”

Wenn ich Mitglied im Börsenverein wäre, hätte ich die Sorge, dass “mein Geld” verschwendet wird durch einen Versuch, die Symptome eines grundlegenden Umbruchs und fehlender Reaktionen darauf zu überschminken. Konkrete Gegenargumente lieferten sogar auch einige Teilnehmer des Branchenparlamentes:

(…) “der Zwischenbuchhändler Oliver Voerster (KNV) [meldete] allerdings Zweifel an, ob das vorgesehene Budget von drei Millionen Euro ausreichend hoch sei.” (…) “Winters merkte an, er glaube nicht daran, ‘dass man über eine Imagekampagne höhere Buchverkäufe erzielen kann’.” Weiter: “‘Wir müssen aufpassen, dass wir unseren Kunden nicht beibringen wollen, wo sie einkaufen sollen.’ Ziel der Kampagne dürfe deshalb nicht sein, ‘Umsätze aus dem E-Commerce in den stationären Handel zu locken’.”

Vor allem würde ich mich aber fragen, ob es nicht reizvolle Alternativen zu einer solchen Kampagne für den Einsatz des Geldes gäbe? Eine Alternative fällt mir spontan ein:

Wenn wir von einem ordentlichen Jahresgehalt in Höhe von 40.000 Euro ausgehen, ließen sich für die Ausgabe von 1 Mio. Euro pro Jahr 25 Personen dieser Gehaltsdimension zusätzlich finanzieren. Der Börsenverein könnte also nicht weniger als 25 gut qualifizierte Personen bezahlen, um in die Öffentlichkeit zu wirken. Diese 25 Personen würden dann 365 Tage im Jahr nichts anderes tun, als auf allen Ebenen im Sinne der Buchbranche zu kommunizieren. Sie könnten sich in Foren, in Blogs, auf Nachrichtenseiten, auf den Social-Networking-Plattformen und auch überall sonst in die Debatten einmischen. Sie könnten Pressebeiträge schreiben, Offline-Treffen organisieren und allgemein all das tun, was Öffentlichkeitsarbeiter machen. Man stelle sich nur vor, welche Wirkung das entfalten könnte.

Ergänzung: Die Rechnung geht so einfach natürlich nicht auf, weil noch weitere Ausgaben anfallen. Das habe ich zu schnell runtergeschrieben. Sorry dafür. Es geht mir aber auch eher um den grundsätzlichen Punkt des Ansatzes.

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Schon öfter habe ich mich gefragt, was den “Buch-Besonderheits-Status” ausmacht: “Bücher, sagt sie, veredeln. Sogar Nicht-Bücher.” Sicherlich spielt eine wichtige Rolle, dass wir über Jahrhunderte hinweg “people of the book” waren, während wir heute “people of the screen” sind oder zumindest werden. In Büchern war ein Großteil der für unsere Gesellschaft und Kultur relevanten Inhalte abgespeichert und es gab einen Qualitätsfilter, indem nicht jeder Bücher weithin zugänglich machen konnte. Jedenfalls ist es noch heute so, dass Aussagen wie diese sichere Beifalls-Catcher sind, was den “Buch-Besonderheits-Status” ganz gut verdeutlicht:

Wer Bücher und das Bücher-Lesen preist, ist gewissermaßen auf Seite der Guten und muss sich nicht rechtfertigen. Anders ist das im Internet-Kontext. Hier werden immer wieder Probleme intensiv wahrgenommen und thematisiert. Eine beliebte These lautet beispielsweise, dass die Nutzung von Social-Media-Instrumenten und der Vernetzungsmöglichkeiten ganz allgemein die Menschen vereinsamt. Vertreten wird diese These u.a. von der US-Soziologin Sherry Turkle: “Mehr Vernetzung führt zu mehr Einsamkeit”.

Probleme gibt es im Internet-Kontext natürlich zuhauf und sie müssen diskutiert werden. Vielleicht hat Turkle auch (teilweise) Recht. Erschwert wird eine ausgewogene Diskussion, welche nicht nur Probleme, sondern auch Chancen betont, jedenfalls u.a. dadurch, dass die durch eine Veränderung ausgelösten Herausforderungen meist leichter erkennbar sind als das, was man künftig gewinnen könnte. Diese Diskussion will ich hier jetzt aber auch gar nicht führen, obwohl ich Turkles These skeptisch gegenüber stehe. Meine persönliche Erfahrung besagt zumindest etwas ganz anderes – nämlich, dass gerade die Vernetzungskünstler meist sehr soziale Typen sind. Auch in der “realen Welt”, wie es Turkle formuliert.

Interessant finde ich in diesem Zusammenhang vor allem, dass wir an manchen Stellen sehr kritisch zu sein und die potentiellen Probleme mit der Lupe zu suchen scheinen, während andere Bereiche kaum hinterfragt werden. Letzteres betrifft gerade das Bücher-Lesen. Mike Masnick verweist aus meiner Sicht zu Recht auf diese Tweets von Mathew Ingram, die es schön auf den Punkt bringen:

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Bei Wired.com ist ein interessanter Beitrag über den Reputations-Messdienst Klout zu finden: What Your Klout Score Really Means. Dass Klout viel (Marketing-)Potenzial bietet, ist hinlänglich bekannt. Dass unsere tatsächliche Reputation bisher durch Dienste wie Klout, PeerIndex oder Kred nur bedingt abgebildet wird, ist klar. (Ein Grund: Es sind noch nicht genug Daten über uns zugänglich.) Zudem springen die Zahlen bei Klout gern öfter mal wild hin und her, was nicht gerade einen Eindruck der Verlässlichkeit erzeugt. Dennoch sind diese Plattformen wichtig.

In dem Wired-Beitrag kommen jedenfalls auch Tipps von Chris Makarsky (Klout product director) zur Sprache, wie sich die Reputations-Kennzahl bei Klout steigern lässt:

When I began researching this story, my own score was a mere 31. So I asked Klout product director Chris Makarsky how I might boost it. His first suggestion was to improve the “cadence” of my tweets. (For a moment, I thought he meant I should tweet in iambic pentameter. But he just meant that I should tweet a lot more.) Second, he pushed me to concentrate on one topic instead of spreading myself so thin. Third, he emphasized the importance of developing relationships with high-Klout people who might respond to my tweets, propagate them, and extend my influence to whole new population groups. Finally, he advised me to keep things upbeat. “We find that positive sentiment drives more action than negative,” he warned.

P.S.: Mich finden Sie übrigens hier bei Klout.

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(Video, 18 min.)

via: Techdirt

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